Bites/ the gut feeling

Bites/ the gut feeling
Fr. 18. 6. 19:00Sa. 19. 6. 20:00

Geschmackserlebnis von Jasmina Al-Qaisi (RO/DE) und Natalia Acevedo Ferreira (CO/DE)

Zwischen der Un-Ordnung, ihrem Locus und dem Tempus gibt es eine Stasis: ein Innehalten im Moment des Verzehrs fertiger Gerichte. Der Bauch arbeitet direkt mit dem Gehirn zusammen, auch er denkt, und wenn die Nahrung auf dem Weg durch den Körper ist, der speziell für das Essen konzipiert ist, beginnt er, anders zu denken. Was würden wir sagen, wenn wir versuchen, diese Informationen, die wir beim Essen erhalten, zu verbalisieren?  

In Form saisonaler und regionaler Verkostungserlebnisse geht es bei Ort, Zeit und Innehalten vor allem um das Bauchgefühl und die neuronalen Verbindungen im Bauch, also den Verdauungsorganen, um Wissen zu schaffen und zu verbalisieren. Das Essen sieht eher bekannt aus und spiegelt unsere alltäglichen lokalen Essmöglichkeiten wider, wird aber so zubereitet, dass es mit anderen Körpern in einem normalen Moment des Essens geteilt werden kann, der für unsere Zeit aber unnormal ist.

Auch das Essen, das an diesem Tag serviert wird, will hinterfragt werden. So gibt es beim Servieren Hinweise, sowohl in Form konkreter handschriftlicher Botschaften als auch in metaphorischer Hinsicht, teilweise verstärkt durch die Art und Weise, wie das Essen zubereitet ist oder serviert wird. Das Geschmackserlebnis gibt den verschiedenen Gehirnen unseres Körpers etwas zum Nachdenken und soll letztendlich eine Dezentralisierung des Denkens bewirken.

/ the gut feeling ist Teil eines größeren Projekts zur experimentellen Datenerhebung über Essen und Kommunikation. Bites ist eine kulinarische Praxis und klangliche Forschung von Jasmina Al-Quaisi und anderen. Die Version für das Werkleitz Festival 2021 wird in Zusammenarbeit mit der Medienkünstlerin Natalia Acevedo Ferreira durchgeführt.

Nehmen Sie sich hier auf und beantworten Sie die Frage:
Was denken Sie beim Essen? 

Ihre Sprachnachrichten werden zu einem Audiowerk zusammengesetzt und unterschiedlichen Zuhörer:innen zugänglich gemacht.

Die Verkostung findet nur während der Eröffnung des Werkleitz Festival 2021 statt.

Jasmina Al-Qaisi

Jasmina Al-Qaisi ist Autorin und Archivarin. Sie schreibt und spricht in ihrem eigenen Englisch, das irgendwo zwischen Klang und visueller Poesie liegt. Sie untersucht die Schnittstellen von Körperpolitik, Intimität, digital vermittelten Beziehungen, Sprache und Erinnerung, oft in engem Austausch mit ihrer Großmutter. Al-Qaisi überträgt Poesie in performativen Akten und Sound mittels Gastronomie in Radioformate. Häufig ist sie im freien, unabhängigen, temporären oder mobilen Radio zu hören. Außerdem ist sie Mitglied des künstlerischen Rechercheprojekts Research and Waves.

Natalia Acevedo Ferreira

Natalia Acevedo Ferreira ist eine in Kolumbien geborene und in Berlin lebende Multimediakünstlerin und Kulturproduzentin, die sich für Materie, Kybernetik und Sprache interessiert. Vor kurzem hat sie an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin ihren Master gemacht, mit einer Untersuchung über den Zusammenhang zwischen pathologischer Depression und topografischer Erosion im Kohlebergbau sowie deren Auswirkungen auf die Landschaft Nordkolumbiens und die ethnische Gruppe der Wayuu. Ihr Anliegen ist es, Räume für Neugierde und Reflexion zu schaffen.

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