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Wie Diskontinuität und historische Kontexte, Unordnung und maschinelles Lernen aufeinandertreffen, ist Thema der Podcasts mit Künstler:innen und Wissenschaftler:innen, die während der drei Festivalwochenenden fortlaufend im Konferenz- und Diskursprogramm des Werkleitz Festivals 2021 veröffentlicht werden.

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Simon Schaupp berichtet im Werkleitz Festival 2021 Podcast darüber, wo sich die Kybernetik heute findet, was sich damit machen liesse und wo alles seinen Anfang nahm.

Das Gespräch wird auf Englisch geführt.

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Christopher Coenen spannt den Bogen von den ersten Ideen zum Transhumanismus zu heutiger Entwicklung im Werkleitz Festival 2021 Podcast.
Wie greifen Maschinen, Ideen, Biologie und tieferes Verständnis ineinander, um die Weiterentwicklung der Menschen zu begleiten?

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Harald Heinrichs beschreibt die notwendigen Verbindung in punkto Nachhaltigkeit vom Land zur Stadt, von den kleinen Gemeinden zu den Megacities. Einzelnen können Nachhaltigkeit fördern, aber umso mehr, wenn sie sich mit anderen zusammen tun.

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Glauben wir an Big Data oder andersherum? Mél Hogan fragt, wie man die postkapitalistischen Verwerfungen in Gegenwart und Zukunft überleben kann.

Das Gespräch wird auf Englisch geführt.

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Desiree Förster spricht in diesem Werkleitz Festival 2021 Podcast über die Notwendigkeit, das Prozesshafte in uns und unserer Umwelt zu erkennen, damit wir Handhaben finden, auch in Zukunft auf diesem Planeten leben zu können. Kunst könnte uns dabei helfen.

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Marold Langer-Philippsen

Marold Langer-Philippsen, geboren in München, lebt in Europa und ist tätig als Radio- und Medienkünstler, Regisseur, Performer, Ausstatter und Musiker in den Sparten der zeitbasierten Künste mit besonderem Augenmerk auf öffentlichen Raum, Theater und Liveradio - seit 1984.

Seine Radioarbeiten wurden für Bürgermedien in ganz Europa, öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland, Österreich, Tschechien und der Slowakei, die Ars Electronica in Linz, die São Paolo Kunstbiennale und das Internationale Radiokunst Festival Halle geschaffen. Aufführungen seiner Theaterarbeiten wurden in Europa, im Nahen Osten, Südamerika und Australien gezeigt.

Features

Objekt 01 - Kein Haus wie jedes andere

Das Verwaltungsgebäude der Bezirksverwaltung Halle des Ministeriums für Staatssicherheit - die Objekte 01 und 02 - sind der Ort des Festivals und der Rahmen für das dreiteilige Feature von Ralf Wendt.

In Anlehnung an die drei Festival-Wochenenden untersuchen die Features die Geschichte des Hauses und deren Verbindung zu sociosphere, ecosphere und bodydatasphere.

Die Features sind Kompositionen aus O-Tönen aus Gesprächen, die der Autor mit Vertreterinnen der Stasi-Unterlagenbehörde, der Gedenkstätte Roter Ochse, der Besetzergruppe vom Dezember 1989 und mit Hallenser Protagonisten der Verfolgung durch das MfS geführt hat. Darüber hinaus kommen Zeitzeugen aus Behörden-Sicht und aus Opfer-Perspektive zu Wort, die durch die Gedenkstätte Roter Ochse zur Verfügung gestellt wurden.

Features

Ein Geheimdienst sammelt Informationen über die Bevölkerung des eigenen Landes – im Auftrag der staatsführenden Partei. Dieser Geheimdienst – das Ministerium für Staatssicherheit der DDR – benutzt diese Informationen, um Schaden von eben diesem Staat abzuhalten – nach außen und nach innen. Soweit ist das die Umschreibung aller Geheimdienste dieser Welt. Warum also ist dieses Haus, diese Bezirkszentrale des MfS in Halle ein besonderer Ort?

Vielleicht, weil das bis 1989 hier stattfindende Überwachen de facto keinerlei Kontrolle unterlag, weil keine betroffene und/oder beschuldigte Person ihre verfassungsmäßigen Rechte einklagen konnte; vielleicht weil am Ende das ganze Volk verdächtig wurde, der regierenden Minderheit nicht zu vertrauen. Vielleicht aber auch einfach, weil der Missbrauch von Macht selten profaner erschien, als an einem Ort wie diesem hier, den Objekten 01 und 02.

U. a. mit Michael Viebig, Leiter der Gedenkstätte Roter Ochse Halle, André Gursky, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Roten Ochsen, Marit Krätzer, Leiterin des Stasi-Unterlagen-Archivs in Halle, Zeitzeug:innen aus Mitarbeitersicht in der Behörde und aus Opferperspektive, Materialien aus dem BStU sowie Erich Mielke

Sounds & Atmos: Jasmina Al-Qaisi, Ralf Wendt

Die Aktiven der DDR-Umweltbewegung gehörten seit Ende der 1970er-Jahre zu den bestausspionierten Staatsfeinden der DDR. Was unter anderem der Hallenser ehemalige Jugenddiakon Lothar Rochau im Feature beschreibt, ist die offenbar gefährliche Verbindung von kritischem Nachdenken über Ökologie mit dem Nachdenken über die Verfasstheit eines Staates und seiner Ökonomie. Das MfS Halle hatte vermutlich die besten Recherchen zu den Umweltsünden der Chemiekombinate. Anstatt hier für Verbesserungen zu sorgen, wurden diese Erkenntnisse von der Stasi benutzt, um deren Quellen zu kriminalisieren – in Verkürzung also die Erde zur Scheibe zu erklären und alle Energien in die Methodik der Geheimhaltung zu investieren.

mit Ausschnitten des Filmes Bitteres aus Bitterfeld des DDR-Untergrund-Netzwerkes Arche

IM steht für inoffizielle Mitarbeiter, konspirative Wohnung für geheime Treffpunkte der Stasi in der Stadt und operativer Vorgang für strategisch angelegte Überwachung und Datenerfassung von potentiell für den Status Quo des Staates DDR gefährliche Personen. 

Die sieben Kilometer Aktenrücken in Halle versammeln Daten über die Hälfte der Bevölkerung zu DDR-Zeiten. Das System beinhaltete mehrfaches Taggen der zu beobachtenden Personen, doppelte Aktensammlung in den Bezirken und in Berlin – und all das hochkomplex weitgehend ohne Computer. Kafkas Schloss grüßt aus dem Prager Nebel.

Die Historiker Michael Viebig und André Gursky untersuchen die Methodik der Datenerfassung, Marit Krätzer übersetzt in ihrem Alltag im Stasi-Unterlagenarchiv die Methodik für die betroffenen Opfer der Überwachung. Ehemalige Mitarbeiter:innen der Bezirksverwaltung bieten Einblicke in ein Selbstverständnis, das auch heutige Geheimdienstzugänge zu Gesellschaft und Umgang mit flächendeckender Datenerfassung in ein anderes Licht rückt. Ehemalige Stasi-Zentralen-Besetzer wie Dietmar Webel und Thomas Kupfer wussten 1989 schon, dass ein kritischer Zugang zu Datenerfassung für moderne Gesellschaften nötig ist.

unter Verwendung von Archivmaterialien aus dem BStU

Ralf Wendt

Ralf Wendt arbeitet innerhalb der zeitbasierten und literarischen Künste an der Dekonstruktion von menschlicher und tierischer Sprache und hinterfragt Ordnungen der Dinge. Seit Mitte der 90er-Jahre thematisiert er in Performances, Filmen und Radiokunst eine Poetik der Suprasegmentalia und arbeitet als Kurator von Kunst-, Musik- oder Radiokunstfestivals, wo er verschiedene künstlerische Ausdrucksformen zusammenführt, die an utopischen/dystopischen gesellschaftlichen Störungen interessiert sind.

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