Re:Places

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Ein in einen Roboter eingebauter Extruder verwandelt Kunststoffgranulat in anamorphe Objekte, die schon bei ihrer Geburt eine pralle, glänzende Oberfläche haben. Während das Material aus den Organen des Roboters quillt, wölbt und verzieht es sich, bis es abkühlt und in seiner endgültigen Form aushärtet. Wie virtuelle Pinselstriche verteilt der Roboter diese Kunstwerke im Ausstellungsraum.
In seiner Aufbewahrungsblase trägt der Roboter verschiedenfarbiges Granulat herum, das aus Plastikmüll besteht, der zuvor von einem DIY-Schredder zerkleinert wurde. Die während einer Ausstellung entstandenen Objekte können erneut als Rohmaterial dienen, wodurch ein (fast) geschlossener Kreislauf entsteht.
Der Extrusions-Roboter bewegt sich autonom und trifft auf Basis seiner Sensordaten kreative Entscheidungen. Indem wir dem Roboter menschliches Verhalten zusprechen, kann er als Stellvertreter für unsere Rolle als irdische Akteure gesehen werden. Das gibt uns die Möglichkeit zur kritischen Selbstbetrachtung. Das Material - Kunststoff, das sonst mit billigen Wegwerfprodukten assoziiert ist, wird zu einem wertvollen und veränderbaren Ausgangsmaterial für Kunstwerke. Durch diese ästhetische Erfahrung soll das Verhältnis zum Material verändert und der öffentliche Diskurs über Kunststoffe gefördert werden.

Diese Arbeit wurde im Rahmen des Programms European Media Art Platforms (EMAP) bei FACT (GB) mit Unterstützung des Creative Europe Kulturprogramms der Europäischen Union realisiert.

Carolin Liebl & Nikolas Schmid-Pfähler

Carolin Liebl und Nikolas Schmid-Pfähler arbeiten seit 2012 zusammen und entwickeln technologiebasierte Arbeiten. 2017 schlossen sie ihr Studium an der Hochschule für Gestaltung Offenbach ab. Im Jahr 2019 gründeten sie die gemeinsame Atelier- und Austauschplattform „Atelier Wäscherei“. In seinen Werken untersucht das Duo die Auswirkungen technologischer Entwicklungen auf die Ästhetik und die sozialen Aspekte menschlichen und nichtmenschlichen Lebens.

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