Sendung: EMAP Garden bodydatasphere

Sendung: EMAP Garden bodydatasphere
Sa. 11. 9. 20:0021:00

Unsere Körper werden vermessen und analysiert, seziert und optimiert. Wo liegen die Grenzen unserer Selbsterkenntnis? Was ist die eigentliche Essenz des menschlichen Lebens oder wo ist sie zu finden? Müssen oder wollen wir die vertrauten Grenzen unseres Körpers überschreiten und in ein post- oder transhumanes Zeitalter eintreten, um überhaupt eine Zukunft zu haben?

Die bodydatasphere legt die Daten und Sekrete unseres Körpers offen: in der Aufzeichnung und Visualisierung unserer Gehirnwellen beim Küssen (Kissing Data Symphony von Karen Lancel und Hermen Maat) oder beim gemeinsamen Musikhören mit Pflanzen (Beyond Human Perception von uh513), der algorithmischen Analyse von Stimmen und Instrumenten (Amotion von Silvia Rosani); in Visualisierungen galvanischer Hautreaktionen (Pervasive Eyes von FLOW Architecture), der Stigmatisierung geistiger Abweichungen (Chronica von Sophie Hoyle) oder automatisierten Täuschungserkennungssystemen und deren Einsatz in der Grenzüberwachung (The Irresistible Powers of Silent Talking von Andrius Arutiunian).

Einige Projekte nutzen die virtuelle Realität, um mit Hilfe von 360-Grad-Tagesaufnahmen in das Leben anderer Personen einzutauchen (Seeing-I: The Protagonists von Mark Farid) oder die Schwerelosigkeit zu imitieren (Weightless von Andrej Boleslavský). Andere nutzen maschinelles Lernen, um das Schwarmverhalten von Robotern zu erforschen (Empathy Swarm von Adam Donovan und Katrin Hochschuh), ein Roboterkonzert zu veranstalten (VIBRATIONS von Moritz Simon Geist) oder ein auf Licht- und Tonsignalen basierendes Gespräch zwischen zwei Dodekaedern mit künstlicher Intelligenz zu initiieren (Speculative Artificial Intelligence Exp.2 von Birk Schmithüsen). Wir werden auch bis zum Äußersten gehen, etwa wenn die biologischen Grenzen unseres Körpers von Quimera Rosa in Frage gestellt werden, die sich selbst Chlorophyll injizieren, um eine Mensch-Pflanze-Mutation herbeizuzaubern (Trans*Plant), oder wenn die Zellkulturen von Menschen und Schnecken in einem hybriden Ökosystem interagieren, um den Diskurs über Sexualität und Empfängnisverhütung neu zu überdenken (Wombs von Margherita Pevere). Eine weitere Arbeit eröffnet Diskursräume über weibliche Selbstbestimmung (The Siren’s Scream von Aleksandra Niemczyk).

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