sociosphere

Fokus
sociosphere
Fr. 18. 6 (All day)So. 20. 6 (All day)

Künstlerische Arbeiten die in den Studios der sociosphere dokumentiert werden

  • Propaganda Office, The Care Manifesto, Instructions for Proper Care (2020)
    von Forms of Ownership (HK/MK/IE/US)
  • The Great Offshore (2021)
    von Rybn.org (FR)
  • Gently Running Downwards (2021)
    von Liliana Zeic (PL)
  • FANGo (2020)
    von Martin Nadal (ES)
  • Faster Than Light (2018)
    von Kentaro Kumanomido (DE) & Teaque Owen (DE)
  • Artificial Intelligence (2018) 
    von Doug Fishbone (GB)
  • Mosaic Virus (2018) und Myriad (Tulips) (2019)
    von Anna Ridler (GB)
  • #Mememanifesto (2020) 
    von Clusterduck (IT/FR/DE)
  • Online Culture Wars (2019)
    von DISNOVATION.ORG (FR)
  • Speculative Artificial Intelligence / Exp. #2 (2019)
    von Birk Schmithüsen (DE)

Das Programm der sociosphere legt innerhalb von new world dis/order den Fokus auf die sozialen, politischen und ökonomischen Herausforderungen unserer digitalen, globalisierten Welt.

Zum Auftakt spricht Katharina Nocun, Ko-Autorin von Fake Facts, mit der Soziologin Carolin Wiedemann über die digitalen Schlachtfelder und Waffen, auf bzw. mit denen heute kulturelle und politische Kämpfe ausgetragen werden.

Im Anschluss erörtert Tech-Denkerin Marta Peirano gemeinsam mit Sarah Grant, Expertin für vernetzte Medien und Gründerin von Radical Networks, das Sichtbarwerden kritischer Infrastrukturen – und unsere Anhängigkeit von ihnen – erst im Moment ihres Versagens.

Birgit Schneider, Professorin für Wissenskulturen und mediale Umgebungen, und Radiokünstlerin Kate Donovan stellen in ihrer Lecture-Performance unsere anthropozentristische Weltsicht in Frage, indem sie erfahrbar machen, wie andere Lebensformen die Welt wahrnehmen.

Die derzeit aus Nicolas Maigret, Maria Roszkowska und Baruch Gottlieb bestehende Arbeitsgruppe DISNOVATION.ORG wiederum stellt die vorherrschenden Narrative über Wachstum und Fortschritt in Frage und spekuliert über ein radikal anderes Wirtschaftsmodell. Den Abend beschließt der renommierte Soziologe, Medien- und Designtheoretiker Benjamin Bratton mit einer Keynote zur Notwendigkeit eines politischen wie wirtschaftlichen Handelns und Denkens in planetaren Maßstäben in einer post-pandemischen Welt.

Am Sonntagvormittag eröffnen Timo Daum (Das Kapital sind wir. Zur Kritik der digitalen Ökonomie) und Robert Feustel („Am Anfang war die Information“. Digitalisierung als Religion) den Tag mit einem Gedankenaustausch über den quasi-religiösen Kult ums Digitale im heutigen Kapitalismus.

Die nächste Session bringt Julia Kloiber, Advokatin für dem Gemeinwohl dienenden Technologien und Mitbegründerin von Organisationen wie Superrr Lab, Prototype Fund und Code for Germany, ins Gespräch mit Frederike Kaltheuner, Tech-Policy-Analystin, Forscherin und Kämpferin für Gerechtigkeit in einer Welt aus Daten.

Phoebe V Moore, Associate Professor für die Zukunft der Arbeit an der University of Leicester, denkt in ihrem Vortrag über Fragen der Macht, der Verantwortlichkeit und der Moral beim Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt nach.

Im Anschluss stellt die Künstlerin und ForscherinJoana Moll den Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Artenvielfalt und dem Anstieg der Rechenleistung von Mikroprozessoren oder vielmehr der Explosion des Technokapitalismus dar.

Last but not least präsentiert Kathrin Passig, Autorin sowie Mitbegründerin der Blogs riesenmaschine.de und techniktagebuch. tumblr.com, einige Überlegungen aus ihrem im nächsten Jahr erscheinenden Buch Neue Staaten erfinden. Wie im Netz Politik entsteht.

Zum Ausklang gibt das Künstlerkollektiv Total Refusal eine pseudomarxistische Stadtführung durch Red Dead Redemption 2 und analysiert dabei Profit und Mehrwert, Kapital und Akkumulation im Massenmedium Videospiel.

Während der sociosphere sind auch die beiden Kapitel My Crush was a Superstar von Chloé Galibert- Laîné und The Spokesman von Kevin B. Lee aus der gemeinsam verfassten, fortlaufenden Videoserie Bottled Songs of Lost Children zu sehen, die sichmit Begehren, Macht und Terrorismus in Online-Medien und sozialen Netzwerken beschäftigt. Weitere Filme, die während des Festivals zu sehen sind, finden sich im Bereich „On Demand“.

Außerdem findet unter dem Titel Not Found On ein geschlossener Online-Workshop der Künstlerin Aay Liparoto zu dem von ihr ins Leben gerufenen nicht-öffentlichen Wiki von und für feministische queere Körper statt.

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